
Mikronährstoffe
Mikronährstoffe (Spurenelemente) sind essenzielle Mineralien, die Cannabispflanzen nur in geringen Mengen benötigen, aber für zentrale Stoffwechselprozesse unverzichtbar sind. Dazu zählen Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Bor (B), Kupfer (Cu) und Molybdän (Mo). Ein Mangel führt zu charakteristischen Symptomen, die sich von Makronährstoff-Defiziten unterscheiden.
Welche Rolle spielen die einzelnen Spurenelemente?
Jedes Mikronährelement hat spezifische Aufgaben im Pflanzenstoffwechsel:
- Eisen (Fe): Essenziell für die Photosynthese und Chlorophyllbildung – Mangel zeigt sich als Chlorose (gelbe Blätter, grüne Blattadern)
- Mangan (Mn): Beteiligt an der Photosynthese und Enzymaktivierung – Mangel ähnelt Eisenmangel, beginnt aber an den jüngeren Blättern
- Zink (Zn): Wichtig für Wachstumshormonproduktion – Mangel führt zu gestauchtem Wuchs und deformierten Blättern
- Bor (B): Notwendig für Zellteilung und Calciumtransport – Mangel zeigt sich an absterbenden Triebspitzen
- Kupfer (Cu): Beteiligt an der Ligninsynthese – Mangel verursacht welke, bläulich verfärbte Blätter
- Molybdän (Mo): Wichtig für die Stickstoffverwertung – Mangel tritt bei zu niedrigem pH-Wert auf
Warum treten Mikronährstoff-Mängel auf?
Häufig ist nicht ein tatsächlicher Mangel im Substrat die Ursache, sondern ein pH-bedingter Lockout:
- pH zu niedrig (< 5,5): Eisen und Mangan werden überreichlich verfügbar (Toxizität möglich), während Molybdän blockiert wird
- pH zu hoch (> 7,0): Eisen, Mangan, Zink und Bor werden unlöslich und stehen der Pflanze nicht mehr zur Verfügung
Deshalb ist die regelmäßige Kontrolle des pH-Werts in der Wurzelzone der wichtigste Hebel gegen Spurenelementmangel.
Wie werden Mikronährstoffe zugeführt?
- Über die Düngung: Die meisten Cannabis-Volldünger enthalten bereits alle Spurenelemente in angepasster Konzentration
- Blattdüngung: Bei akutem Mangel kann das betroffene Element gezielt über die Blätter zugeführt werden
- Chelat-Form: Chelatierte Spurenelemente sind über einen breiteren pH-Bereich pflanzenverfügbar als anorganische Salze
Kann man Mikronährstoffe überdosieren?
Ja – Spurenelementtoxizität ist möglich und schwer zu korrigieren. Besonders Eisen, Mangan und Kupfer können bei Überdosierung andere Elemente blockieren. Im Zweifel: EC-Wert prüfen und bei Verdacht spülen.
Häufige Fragen zu Mikronährstoffe
Cannabis benötigt Eisen (Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Bor (B) und Molybdän (Mo). Mängel zeigen sich oft als Chlorose, Nekrose oder Wachstumsstörungen.
Eisenmangel zeigt sich als Vergilbung junger Blätter, Zinkmangel durch verdrehte Blätter und verkürzte Internodien, Manganmangel durch gelbliche Flecken zwischen den Blattadern.