
Spülen (Flush)
Das Spülen (Flushing) bezeichnet das Durchspülen des Substrats oder hydroponischen Systems mit klarem, pH-reguliertem Wasser – ohne Zugabe von Nährstoffen. Ziel ist die Reduktion von Salzanreicherungen im Wurzelbereich und die Vorbereitung der Pflanze auf die Ernte. Spülen wird sowohl als Korrekturmaßnahme bei Überdüngung als auch als regulärer Schritt vor der Ernte eingesetzt.
Wann wird gespült?
Es gibt zwei Hauptanwendungsfälle:
1. Korrekturspülung (Notfall): Bei Nährstoffbrand oder Salzanreicherung wird das Substrat mit dem 2–3-fachen des Topfvolumens an pH-reguliertem Wasser durchgespült. So werden überschüssige Salze aus dem Wurzelbereich ausgewaschen und das Nährstoffgleichgewicht wiederhergestellt.
2. Erntespülung (geplant): In den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte wird die Düngung komplett eingestellt und nur noch mit Wasser gegossen. Die Pflanze verbraucht eingelagerte Nährstoffe, was laut vielen Growern die Geschmacks- und Rauchqualität verbessern soll.
Wie wird richtig gespült?
- pH-Wert beachten: Spülwasser auf den optimalen pH-Bereich einstellen (5,5–6,5 bei Kokos/Hydroponik, 6,0–7,0 bei Erde)
- EC messen: Drain-EC kontrollieren – er sollte nach dem Spülen deutlich sinken
- Langsam gießen: Wasser gleichmäßig durch das Substrat fließen lassen
- Drainage sicherstellen: Überschüssiges Wasser muss abfließen können
Was passiert in der Pflanze beim Spülen?
Ohne externe Nährstoffzufuhr greift die Pflanze auf eingelagerte Reserven zurück. Sichtbares Zeichen: Die unteren Blätter beginnen zu vergilben – ein natürlicher Prozess, der zeigt, dass die Pflanze Stickstoffreserven mobilisiert.
Wie lange vor der Ernte sollte gespült werden?
Die Dauer hängt vom Anbaumedium ab:
- Erde: 1–2 Wochen vor der Ernte
- Kokos-Substrat: 5–7 Tage
- Hydroponik: 3–5 Tage
Die Erntereife wird parallel anhand der Trichom-Färbung bestimmt – das Timing des Spülens sollte darauf abgestimmt sein.
Häufige Fragen zu Spülen (Flush)
Spülen (Flush) bedeutet, die Pflanze mit wenig oder keinen Nährstoffen zu bewässern. Das kann vor der Ernte erfolgen oder als Notmaßnahme bei Überdüngung.
Typische Anlässe: 1–2 Wochen vor der Ernte zur Geschmacksverbesserung, bei Nährstoffbrand oder bei Salzansammlungen im Substrat. In Hydroponik kann ein Nährlösungswechsel ausreichen.