
Spinnmilben
Spinnmilben (Tetranychidae) sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die zu den häufigsten und hartnäckigsten Schädlingen im Cannabisanbau zählen. Sie besiedeln bevorzugt die Blattunterseiten, saugen Pflanzensaft und hinterlassen bei starkem Befall feine Gespinste. Ohne konsequentes IPM (Integriertes Schädlingsmanagement) können Spinnmilben ganze Chargen zerstören.
Wie erkennt man Spinnmilbenbefall?
Die Milben selbst sind mit bloßem Auge kaum sichtbar (0,3–0,5 mm). Typische Anzeichen:
- Helle Punkte auf Blättern: Winzige, gelblich-weiße Sprenkel auf der Blattoberseite – Saugstellen
- Verfärbung: Betroffene Blätter werden gelblich und welken
- Gespinste: Bei fortgeschrittenem Befall überziehen feine Spinnweben Blätter und Blüten
- Blattunterseiten prüfen: Dort sitzen die Milben – eine Lupe (60x) hilft bei der Identifikation
- Eier: Winzige, runde, durchsichtige Kugeln auf den Blattunterseiten
Welche Bedingungen begünstigen Spinnmilben?
- Hohe Temperaturen: Über 25 °C beschleunigen die Vermehrung dramatisch
- Niedrige Luftfeuchtigkeit: Unter 40 % RH ist ideal für Spinnmilben
- Schlechte Luftzirkulation: Stehende, warme Luft fördert die Ausbreitung
- Stress: Geschwächte Pflanzen sind anfälliger für Befall
Welche Gegenmaßnahmen gibt es?
Biologisch (Nützlinge):
- Phytoseiulus persimilis: Raubmilbe, die sich auf Spinnmilben spezialisiert hat
- Amblyseius californicus: Universellere Raubmilbe, die auch bei niedrigem Befallsdruck aktiv bleibt
Präventiv:
- Luftfeuchtigkeit in der Vegetationsphase über 55 % halten
- Neue Pflanzen und Stecklinge in Quarantäne halten
- Umluft für gute Luftbewegung sorgen
- Regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten
Bei akutem Befall:
- Neemöl oder Kaliseife als Kontaktmittel (nur in der Vegetationsphase)
- Befallene Blätter entfernen und entsorgen
- Keine chemischen Pestizide im Cannabis-Anbau – besonders nicht in der Blütephase
Warum sind Spinnmilben so gefährlich?
Spinnmilben vermehren sich bei optimalen Bedingungen exponentiell – ein Weibchen legt bis zu 200 Eier. Die Generationszeit beträgt bei Wärme nur 7–10 Tage. Ohne frühzeitige Erkennung und konsequente Bekämpfung kann eine Population innerhalb weniger Wochen außer Kontrolle geraten.
Häufige Fragen zu Spinnmilben
Erste Anzeichen sind kleine helle Punkte (Saugstellen) auf der Blattoberseite. Bei stärkerem Befall bilden sich feine Gespinste an Blattunterseiten und Triebspitzen.
Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) sind der effektivste biologische Gegenspieler. Zudem helfen erhöhte Luftfeuchtigkeit, Neemöl und regelmäßige Kontrolle der Blattunterseiten.