
Thripse
Thripse (Thysanoptera, Fransenflügler) sind 1–2 mm kleine, geflügelte Insekten, die Pflanzenzellen aufschlitzen und den austretenden Zellsaft aufsaugen. Sie hinterlassen charakteristische silbrig-weiße Flecken auf den Blättern und können neben direkten Fraßschäden auch Viren übertragen. Thripse zählen neben Spinnmilben zu den häufigsten Schädlingen im Indoor-Anbau.
Wie erkennt man Thripsebefall?
- Silbrige Flecken: Kleine, silbrig-weiße Stellen auf den Blattoberseiten – dort haben die Thripse Zellen ausgesaugt
- Schwarze Punkte: Kotablagerungen der Thripse auf der Blattoberfläche
- Verformte Blätter: Junge Blätter können sich bei starkem Befall kräuseln oder verformen
- Larven: Gelblich-weiße, flügellose Larven auf Blattunterseiten und in Blattachseln
- Adulte Tiere: Schlanke, geflügelte Insekten, die bei Berührung aufspringen oder fliegen
Welche Schäden verursachen Thripse?
- Reduzierte Photosynthese: Geschädigte Zellen können kein Chlorophyll mehr produzieren
- Wachstumshemmung: Bei starkem Befall stagniert das Pflanzenwachstum
- Virenübertragung: Thripse können Pflanzenviren wie das Tomatenbronzefleckenvirus (TSWV) übertragen
- Qualitätsverlust: Fraßspuren auf Blüten mindern die visuelle und analytische Qualität der Ernte
Wie bekämpft man Thripse?
Monitoring:
- Blautafeln oder Gelbtafeln: Klebetafeln in Pflanzenhöhe aufhängen – Thripse werden von diesen Farben angezogen
- Regelmäßige Kontrolle: Blattunterseiten und junge Triebspitzen inspizieren
Biologische Bekämpfung (Nützlinge):
- Amblyseius cucumeris: Raubmilbe, die Thripselarven frisst
- Orius laevigatus: Raubwanze, die sowohl Larven als auch adulte Thripse jagt
- Steinernema feltiae: Nematoden, die Puppen im Substrat bekämpfen
Präventiv:
- Neue Stecklinge in Quarantäne isolieren
- Umluft für Luftbewegung sorgen – Thripse sind schwache Flieger
- Bodenoberfläche abdecken (Mulch), um Verpuppung im Substrat zu erschweren
Warum sind Thripse so hartnäckig?
Thripse verpuppen sich im Substrat, wo sie für die meisten Kontaktmittel unerreichbar sind. Die Bekämpfung muss daher alle Lebensstadien abdecken – Eier, Larven, Puppen und adulte Tiere. Ein IPM-Konzept mit Nützlingen, Monitoring und Hygienemaßnahmen ist der nachhaltigste Ansatz für Anbauvereinigungen.
Häufige Fragen zu Thripse
Thripse hinterlassen silbrig-glänzende Fraßspuren auf Blättern und schwarze Kotpünktchen. Die 1-2 mm kleinen Insekten sind mit bloßem Auge an den Blattunterseiten erkennbar.
Blaue Klebefallen zur Überwachung, Raubmilben (Amblyseius cucumeris) als Nützlinge und Neemöl-Sprühungen sind bewährte biologische Maßnahmen gegen Thripse.