
Topping
Topping ist eine Schnitttechnik, bei der die Hauptspitze (Apex) einer Cannabispflanze gezielt gekappt wird, um die apikale Dominanz zu brechen. Dadurch entwickeln sich die darunterliegenden Seitentriebe zu zwei oder mehr gleichwertigen Haupttrieben – was eine buschigere Wuchsform, mehr Blütenstandorte und eine gleichmäßigere Lichtausnutzung ermöglicht.
Wie funktioniert Topping?
Beim Topping wird der Haupttrieb oberhalb eines Nodiums (Blattknoten) mit einer sauberen, desinfizierten Schere abgeschnitten. Der optimale Zeitpunkt:
- Ab dem 4.–6. Nodium: Die Pflanze ist stabil genug, um den Schnitt zu verkraften
- In der Vegetationsphase: Niemals während der Blütephase toppen
- Morgens: Die Pflanze hat die gesamte Lichtperiode zur Erholung
Nach dem Schnitt verteilt die Pflanze ihre Wuchshormone (Auxine) auf die verbleibenden Seitentriebe, die sich zu gleichwertigen Haupttrieben entwickeln.
Was bringt Topping im CSC-Anbau?
Für Anbauvereinigungen, die auf gleichmäßige Qualität und effiziente Flächennutzung angewiesen sind, bietet Topping mehrere Vorteile:
- Mehr Ertrag pro Pflanze: Statt einer dominanten Hauptblüte entstehen mehrere gleichmäßige Blütenspitzen
- Bessere Lichtnutzung: Flacheres Pflanzendach, gleichmäßigerer PPFD über die gesamte Anbaufläche
- Höhenkontrolle: Reduziert die Gesamthöhe – wichtig bei begrenzter Raumhöhe
- Gleichmäßigkeit: Konsistentere Chargen durch einheitlichere Blütenentwicklung
Kann man mehrfach toppen?
Ja – wiederholtes Topping (z. B. an den neuen Haupttrieben) erzeugt eine noch buschigere Struktur mit 4, 8 oder mehr Haupttrieben. Dies wird oft als „Mainlining" oder „Manifolding" bezeichnet. Jede Runde braucht jedoch 5–7 Tage Erholungszeit, weshalb diese Technik nur bei ausreichend langer Vegetationsphase sinnvoll ist.
Welche Fehler sollte man vermeiden?
- Zu früh toppen: Die Pflanze hat noch zu wenige Nodien und erholt sich langsam
- Während der Blüte: Verursacht erheblichen Stress ohne Nutzen
- Unsauberer Schnitt: Erhöht Infektionsrisiko – stets desinfiziertes Werkzeug verwenden
- Autoflowering-Sorten toppen: Wegen der begrenzten Vegetationszeit ist LST hier meist die bessere Wahl
Häufige Fragen zu Topping
Durch das Kappen der Hauptspitze bildet die Pflanze zwei oder mehr Seitentriebe statt einer dominanten Spitze. Das fördert buschigeren Wuchs und gleichmäßigere Blütenbildung.
Topping erfolgt früh in der Vegetationsphase ab dem 4.–6. Nodium mit sauberer, scharfer Klinge. Die Pflanze braucht einige Tage Erholung, bevor weitere Trainingstechniken angewandt werden.