
Trocknung
Trocknung ist der kontrollierte Entzug von Feuchtigkeit aus geernteten Cannabisblüten. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung müssen sorgfältig gesteuert werden, um Schimmelbildung zu verhindern und Terpene sowie Cannabinoide zu erhalten. Die Trocknung ist ein dokumentationspflichtiger Verarbeitungsschritt im Cannabis Social Club.
Warum ist kontrollierte Trocknung so wichtig?
Frisch geerntete Cannabisblüten enthalten 70–80 % Wasser. Unkontrollierte Trocknung birgt erhebliche Risiken:
- Schimmel: Zu langsame Trocknung bei hoher Luftfeuchtigkeit fördert Schimmelbildung – ein Gesundheitsrisiko und Grund für die Vernichtung der betroffenen Charge
- Terpenverlust: Zu schnelle oder zu warme Trocknung zerstört flüchtige Aromastoffe
- Ungleichmäßige Qualität: Schwankende Bedingungen führen zu unterschiedlicher Produktqualität innerhalb einer Charge
Welche Bedingungen sind für die Trocknung optimal?
Bewährte Richtwerte für die Cannabis-Trocknung:
| Parameter | Empfohlener Bereich |
|---|---|
| Temperatur | 18–22 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 55–65 % (schrittweise auf 50 % senken) |
| Belüftung | Sanfte Luftzirkulation, kein Direktstrom auf Blüten |
| Licht | Dunkel – Licht baut THC ab |
| Dauer | 7–14 Tage |
Die Blüten werden typischerweise an Schnüren oder Trockennetzen aufgehängt. Der Trocknungsprozess ist abgeschlossen, wenn sich die Stängel sauber knicken lassen und die äußeren Blütenblätter sich trocken anfühlen.
Wie wird Schimmel bei der Trocknung verhindert?
Schimmelprävention ist der kritischste Aspekt der Trocknung:
- Konstante Luftfeuchtigkeit: Nie über 65 %, idealerweise mit Entfeuchtungsgeräten gesteuert
- Luftzirkulation: Moderater, gleichmäßiger Luftstrom ohne tote Ecken
- Pflanzendichte: Ausreichend Abstand zwischen den Blüten
- Tägliche Kontrolle: Visuelle und geruchliche Prüfung auf Schimmelansätze
Befallene Blüten müssen sofort entfernt und die Charge dokumentiert gemeldet werden. Eine Laboranalyse kann mikrobiologische Belastung nachweisen.
Welche Rolle spielt die Trocknung in der Dokumentationskette?
Im Rahmen von Track & Trace wird die Trocknung als eigener Verarbeitungsschritt erfasst:
- Start- und Enddatum der Trocknung
- Gewichtsverlust (Frischgewicht vs. Trockengewicht)
- Klimadaten während des Prozesses
- Chargenzuordnung
Nach der Trocknung folgt typischerweise das Curing – die kontrollierte Reifung, die Aroma und Rauchqualität weiter verbessert. Beide Schritte zusammen sind Teil der Qualitätssicherung in der Anbauvereinigung.
Häufige Fragen zu Trocknung
Cannabis wird kopfüber in einem dunklen Raum bei 18–22 °C und 55–65 % Luftfeuchtigkeit getrocknet. Gute Luftzirkulation ohne direkte Ventilation verhindert Schimmel.
Die Trocknung dauert in der Regel 7–14 Tage. Die Blüten sind bereit, wenn sich dünne Stiele knicken lassen, aber nicht brechen. Zu schnelle Trocknung mindert die Qualität.