
Samen
Samen sind pflanzliches Vermehrungsmaterial zur Anzucht neuer Cannabispflanzen. Im Kontext des KCanG dürfen Anbauvereinigungen pro Mitglied und Monat maximal 7 Samen abgeben. Der Bezug aus dem EU-Ausland ist zulässig; die Herkunft muss lückenlos dokumentiert werden.
Welche Rolle spielen Samen im Cannabis Social Club?
Samen sind der Ausgangspunkt für jeden Anbauzyklus. Sie tragen die Genetik einer Sorte und bestimmen maßgeblich Wuchsform, Ertrag, THC- und CBD-Gehalt sowie das Terpenprofil. Für Cannabis Social Clubs sind Samen eine Alternative zu Stecklingen, insbesondere beim Aufbau neuer Sorten oder bei Selektionsprojekten.
Es gibt drei Hauptkategorien:
- Feminisierte Samen: Fast ausschließlich weibliche Pflanzen – ideal für die Produktion
- Reguläre Samen: Männliche und weibliche Pflanzen – für Zucht und genetische Vielfalt
- Autoflowering Samen: Zeitgesteuerte Blüte unabhängig vom Lichtzyklus
Woher dürfen Anbauvereinigungen Samen beziehen?
Das KCanG erlaubt den Bezug von Cannabis-Samen aus verschiedenen Quellen:
- Eigene Produktion aus bestäubten Pflanzen
- Andere Anbauvereinigungen in Deutschland (zum Selbstkostenpreis)
- EU-Saatguthandel – der Bezug aus EU-Mitgliedstaaten ist legal
Der Bezug aus Drittstaaten außerhalb der EU ist nicht vorgesehen. Jeder Samenbezug muss vollständig dokumentiert werden: Lieferant, Menge, Sorte und Datum fließen in die Dokumentationskette nach §26 KCanG ein.
Welche Abgabelimits gelten für Samen?
Pro Mitglied und Monat darf eine Anbauvereinigung maximal 7 Samen als Vermehrungsmaterial weitergeben (§20 Abs. 3 KCanG). Alternativ können stattdessen bis zu 5 Stecklinge abgegeben werden – eine Kombination im selben Monat ist nicht vorgesehen.
Die Abgabe erfolgt zum Selbstkostenpreis. Jede Weitergabe wird mit Empfänger, Menge und Datum erfasst – ein Baustein im Track & Trace-System des Clubs.
Wie werden Samen richtig gelagert?
Damit Samen ihre Keimfähigkeit behalten, sind korrekte Lagerbedingungen entscheidend:
- Temperatur: Kühl und konstant (4–8 °C, z. B. Kühlschrank)
- Luftfeuchtigkeit: Niedrig (unter 10 %), idealerweise mit Trockenmittel
- Licht: Dunkel lagern, kein direktes Sonnenlicht
- Verpackung: Luftdicht verschlossen und beschriftet
Gut gelagerte Samen bleiben über mehrere Jahre keimfähig und bilden einen wichtigen genetischen Vorrat für die Anbauplanung.
Häufige Fragen zu Samen
Ein Cannabis Social Club darf pro Mitglied und Monat maximal 7 Samen als Vermehrungsmaterial abgeben (§20 KCanG). Die Weitergabe erfolgt zum Selbstkostenpreis.
Es gibt feminisierte Samen (fast nur weibliche Pflanzen), reguläre Samen (männlich oder weiblich) und autoflowering Samen (zeitgesteuerte Blüte unabhängig vom Lichtzyklus).