
THC
THC (Tetrahydrocannabinol) ist das psychoaktive Haupt-Cannabinoid der Cannabispflanze und verantwortlich für die berauschende Wirkung. Für Cannabis Social Clubs ist der THC-Gehalt regulatorisch zentral: Bei Mitgliedern unter 21 Jahren darf er maximal 10 % betragen (§19 Abs. 3 KCanG). Auch im Straßenverkehr gelten feste Grenzwerte.
Was ist THC und wie wirkt es?
Tetrahydrocannabinol (genauer: Δ9-THC) ist der primäre psychoaktive Wirkstoff in Cannabis. Es wirkt, indem es an CB1-Rezeptoren im Gehirn bindet. Die Wirkung ist dosisabhängig und reicht von Entspannung und Euphorie bis hin zu veränderter Wahrnehmung.
In der lebenden Pflanze liegt THC als inaktive Säure (THCA) vor. Erst durch Erhitzen – beim Rauchen, Verdampfen oder Backen – entsteht das wirksame Delta-9-THC (Decarboxylierung).
Welche THC-Grenzwerte gelten nach dem KCanG?
Das Konsumcannabisgesetz enthält mehrere THC-bezogene Regelungen:
- Abgabe an Heranwachsende (18–21 Jahre): Maximal 10 % THC-Gehalt, maximal 30 g/Monat (§19 Abs. 3 KCanG)
- Abgabe an Ü21-Mitglieder: Kein gesetzlicher THC-Höchstgehalt, aber max. 25 g/Tag und 50 g/Monat
- Straßenverkehr: 3,5 ng/ml THC im Blutserum als Grenzwert (seit 2024)
Für Anbauvereinigungen bedeutet das: Der THC-Gehalt muss pro Charge bestimmt und dokumentiert werden, bevor Cannabis an Mitglieder abgegeben wird.
Wie wird der THC-Gehalt bestimmt?
Die Bestimmung erfolgt durch eine akkreditierte Laboranalyse gemäß §18 KCanG. Gängige Analyseverfahren:
- HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie): Misst THCA und THC ohne Erhitzen – liefert den „Roh"-Wert
- GC (Gaschromatographie): Misst nach Decarboxylierung – liefert den Gesamt-THC-Wert
Die Ergebnisse werden der Charge zugeordnet und fließen in die Dokumentationskette ein. Die Angabe des THC-Gehalts bei der Abgabe an Mitglieder ist Pflicht.
Welche Faktoren beeinflussen den THC-Gehalt?
Der THC-Gehalt wird durch mehrere Faktoren bestimmt:
- Genetik: Der Strain setzt den Rahmen – THC-reiche Sorten können über 25 % erreichen
- Blütephase: THC-Biosynthese findet hauptsächlich in den Trichomen der Blüten statt
- Erntezeitpunkt: Milchig-trübe Trichome markieren den THC-Höhepunkt
- Verarbeitung: Trocknung und Curing bei korrekten Bedingungen erhalten den THC-Gehalt; Licht und Hitze bauen ihn ab
Warum ist THC-Dokumentation für CSCs unverzichtbar?
Die THC-Dokumentation ist keine Option, sondern gesetzliche Pflicht. Jede Abgabe an Mitglieder muss den THC-Gehalt vermerken (§26 KCanG). Besonders bei Mitgliedern unter 21 Jahren muss das System automatisch prüfen, ob die 10 %-Grenze eingehalten wird – ein kritischer Baustein jeder Qualitätssicherung.
Häufige Fragen zu THC
Für Mitglieder ab 21 gibt es keinen THC-Grenzwert bei der Abgabe. Für 18–21-Jährige gilt ein Maximum von 10 % THC-Gehalt (§19 Abs. 3 KCanG).
Die Dokumentation des THC-Gehalts ist gesetzliche Pflicht nach §26 KCanG. Sie dient dem Jugendschutz, der Qualitätssicherung und der Rückverfolgbarkeit jeder Charge.