
F1-Generation
Die F1-Generation (erste Filialgeneration) bezeichnet die direkten Nachkommen einer Kreuzung zweier genetisch unterschiedlicher Cannabis-Elternlinien. F1-Pflanzen zeigen häufig Hybridvitalität (Heterosis) – sie sind kräftiger, einheitlicher und widerstandsfähiger als ihre Eltern, was sie für den CSC-Anbau besonders interessant macht.
Was ist Hybridvitalität (Heterosis)?
Der Heterosis-Effekt beschreibt die Beobachtung, dass Nachkommen zweier genetisch entfernter Elternlinien oft leistungsfähiger sind als beide Eltern:
- Stärkerer Wuchs: Schnelleres Wachstum und höhere Stresstoleranz
- Höherer Ertrag: Mehr Blütenmasse pro Pflanze
- Einheitlichkeit: F1-Pflanzen aus der gleichen Kreuzung zeigen relativ ähnliche Phänotypen
- Robustheit: Bessere Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge
Dieser Effekt tritt am stärksten in der F1-Generation auf und nimmt in Folge-Generationen ab.
Was passiert in der F2-Generation und danach?
Werden F1-Pflanzen untereinander gekreuzt, entsteht die F2-Generation:
- Aufspaltung: Mendel'sche Vererbungsregeln greifen – die genetische Variation nimmt stark zu
- Phänotyp-Vielfalt: F2-Pflanzen zeigen deutlich unterschiedlichere Merkmale als F1
- Selektionsbasis: Züchter nutzen die F2 zur Auswahl besonderer Phänotypen für die Stabilisierung
Über F3, F4 und weitere Generationen wird durch Selektion und Rückkreuzung eine stabile Linie (IBL) entwickelt.
Warum sind F1-Sorten für Anbauvereinigungen relevant?
F1-Hybride bieten für Anbauvereinigungen konkrete Vorteile:
- Planbarkeit: Einheitliches Wachstum erleichtert die Anbauplanung und Düngung
- Qualitätskonsistenz: Ähnliche Terpenprofile und Cannabinoid-Gehalte innerhalb einer Charge
- Ernte-Synchronisation: Gleichzeitige Reife vereinfacht den Erntezeitpunkt
Allerdings lassen sich F1-Samen nicht sortenrein weitervermehren – für identische Pflanzen müssen entweder neue F1-Samen der gleichen Kreuzung oder Klone von Mutterpflanzen verwendet werden.
Wie wird die F1-Herkunft dokumentiert?
Im Track & Trace-System wird die genetische Linie dokumentiert: Eltern-Strains, Kreuzungs-Generation und Bezugsquelle des Saatguts. Diese Daten gehören zur Dokumentationskette nach §26 KCanG und sind Grundlage der Laboranalyse.
Häufige Fragen zu F1-Generation
F1 steht für die erste Filialgeneration – die direkten Nachkommen einer Kreuzung zweier stabiler Elternlinien. F1-Pflanzen sind uniform und zeigen oft Hybridkraft (Heterosis).
Ja, aber die F2-Generation spaltet sich auf und zeigt deutlich mehr Varianz in Wuchsform, Blütezeit und Cannabinoid-Profil. Für Uniformität nutzt man besser Stecklinge einer bewährten F1.